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CES 2013 – Nvidia präsentiert Android-Handheld “Shield„ mit Tegra 4


 
Nvidia Shield / Picture © Nvidia Corp.
 
Als eines der ersten Unternehmen gab Nvidia in den Abendstunden des 06.01.2013 eine Pressekonferenz im Rahmen der CES 2013. Hierzulande ließ sich die live ins Internet gestreamte Pressekonferenz um 5 Uhr am Morgen anschauen, in Las Vegas, dem Austragungsort der CES, war es 20 Uhr abends. Neue Grafikkarten gab es allerdings nicht zu sehen. Stattdessen präsentierte Nvidia überraschend einen eigenen Spiele-Handheld auf Basis des ebenfalls neu vorgestellten Tegra-4-Prozessors.

Schaut man sich die Entwicklungen der letzten Monate an, sind Android-Spielekonsolen aktuell ein großs Thema. Nach dem Kickstarter-Erfolg der Mini-Konsole Ouya, noch auf Basis des Tegra 3, folgte jüngst ein ebenfalls per Crowdfounding zu finanziernder „Gamestick“ sowie ein bereits fertiggestelltes Smart-TV-Addon von Archos, das dank mitgelieferter Gamepad-Fernbedienung auch für Android-Spiele genutzt werden kann. Auch das Archos GamePad, ein Tablet mit Gamecontroller, schlägt in die Android-Gaming-Kerbe.

All diese Projekte haben aber eines gemeinsam: So recht an einen Erfolg mag kaum jemand glauben. Ouya setzt auf Free2Play und einen eigenen Store, dessen Erfolg sich erst zeigen muss, der Gamestick ist nichts anderes als ein Android-HDMI-Stick mit beiliegendem Controller und das Archos GamePad lässt seine Nutzer angesichts der wenig durchdachten Controller-Anordnung, dauernder Abstürze und anderer Unzulänglichkeiten verzweifeln. Besser machen könnte es tatsächlich Nvidia, deren nun vorgestelltes „Project Shield“ nicht nur interessant aussieht sondern auch Windows-Spiele streamen und auf dem Fernseher wiedergeben kann.

Project Shield sieht auf den ersten Blick aus wie ein Konsolen-Gamepad. Allerdings lässt sich das Gamepad aufklappen, so dass ein 5 Zoll großr Touchscreen mit 720p-Auflösung zum Vorschein kommt. Auf diesem lassen sich die Spiele der bereits gut etablierten Tegra-Zone, Nvidias eigenem Android-Marktplatz für Tegra-Anwendungen, spielen. Ein „Shield“-Button schaltet dabei zwischen einem Android-Betriebsmodus und einem Gaming-Modus um – so könnte Nvidia die Probleme von Archos umgehen, die beim Archos GamePad durch die dauerhaft laufende Mapping-Software entstehen.

Im Inneren des Shield arbeitet der brandneue Tegra 4, ein SoC (System on a Chip) bestehend aus vier ARM Cortex A15-Kernen und 72 Shaderkernen der Geforce-Klasse. Zwei dieser A15-Kerne arbeiten in Form eines Samsung-SoC bereits im Tablet Nexus 10 und sind ungefähr so leistungsfähig wie Nvidia Tegra 3, ein Quadcore bestehend aus vier A9-Kernen. Entsprechend dürfte der Tegra 4 im Idealfall die doppelte Leistung des Tegra 3 erbringen, bei Grafikanwendungen wie Spielen unter Umständen sogar eher mehr. Um Energie zu sparen, verbaut Nvidia erneut einen fünften Rechenkern in einer energiesparenden Bauform, der bei geringer Last die Arbeit übernimmt. Hier kommt wahrscheinlich ein A7-Prozessor zum Einsatz. Die Laufzeit der drei Akkuzellen soll beim Spielen bis zu 10 Stunden betragen, beim Betrachten von HD-Videos sogar bis zu 24 Stunden – hier wird dann wohl der A7 in Verbindung mit einigen Shaderkernen zum Einsatz kommen.

Spannend sind auch die Streaming-Funktionen des Shield: In Zusammenarbeit mit der Cloudlösung „Geforce Experiment“ und einer aktuellen Nvidia-Grafikkarte können Spiele vom Windows-PC mit geringer Latenz kabellos auf das Handheld gestreamt werden. Das gilt unter anderem auch für den Big-Picture-Modus von Steam, der sich dann per HDMI-Kabel auch auf dem Fernseher wiedergeben lässt. Haben wir hier bereits einen Ausblick auf eine potentielle Anwendungsmöglichkeit der ominösen „Steambox“? Gezeigt wurde das Streaming mit Assassin’s Creed 3, was offenbar bereits sehr gut funktionierte.

Ein Preis und ein Erscheinungsdatum für das Shield stehen noch nicht fest.