Gerüchte um neue Konsolen von Sony, Microsoft und Nintendo


Xbox 360 und Playstation 3 sind noch immer sehr beliebte Konsolen, technisch sind die beiden Modelle aber schon stark angestaubt. Große grafische Sprünge sind mit den Geräten nicht mehr machbar – so dass es an der Zeit zu sein scheint, eine Wachablösung für die Wohnzimmergeräte zu präsentieren. Microsoft und Sony werden spätestens 2014 mit neuen Konsolen auf den Markt kommen – nach Nintendo, deren WiiU deutlich frühererscheinen soll. Wir nutzen die Gelegenheit und fassen die aktuellen Gerüchte über die technische Ausstattung der kommenden Konsolen zusammen und orakeln ein wenig über die Machbarkeiten.

Nintendo WiiU

Als erste der neuen Konsolen soll Nintendos WiiU auf den Markt kommen.

Bereits auf der diesjährigen E3 Anfang Juni will der Hersteller weitere Informationen und damit auch technische Daten zur WiiU preisgeben. Sicher ist bislang allerdings das eher ungewöhnliche Bedienkonzept – Nintendo legt der Konsole einen an ein Tablet erinnernden Controller bei, der als externer Bildschirm fungieren soll. So lassen sich Maps, Inventar oder andere Informationen im Spiel auf dem Tablet-Bildschirm anzeigen während der Fernseher als primärer Bildschirm das Spielgeschehen anzeigt.

Auf Wunsch soll der von der Konsole berechnete Inhalt auf direkt auf den Tablet-Bildschirm gestreamt werden können – will die Freundin also die TV-Romanze schauen, entbrennt in Zukunft kein Streit mehr um die Fernbedienung, da sich die Welt nun auch auf dem externen Display retten lässt.

Als Hauptprozessor soll die WiiU auf einen angeblich vierkernigen PowerPC-Prozessor aus dem Hause IBM setzen. Die Taktfrequenz soll mit 3 Gigahertz recht hoch liegen, was die ansonsten eher mäßige Leistung der PowerPC-Kerne etwas ausgleichen könnte. Für die Grafik soll sich ein AMD-Grafikchip der letzten Generation verantwortlich zeigen. Da dieser gerüchteweise mit 40nm Strukturbreite gefertigt wird, kann es sich dabei nicht um ein Modell der aktuellen GCN-Generation handeln, diese werden in 28nm produziert. Ein Mittelklassemodell aus den Serie HD 5000 oder HD 6000 klingt hier schon realistischer.

Dazu würde die Aussage passen, dass die WiiU bei der Leistung ungefähr auf dem Niveau von Xbox 360 und PS3 liegen solle. Im Vergleich zur Wii ein gigantischer Sprung, Grafikfetischisten werden bei Nintendo aber wohl erneut nicht glücklich. Preislich soll sich die neue Nintendo-Konsole bei etwa 300 Euro zum Release einfinden – nicht wenig für eine Nintendo-Konsole, allerdings dürfte der Tablet-Controller nicht unschuldig daran sein.

xbox-360

Microsoft Xbox „Durango“

Vor kurzem soll Microsoft erste Entwickler-Stationen (Developer Kits) der kommenden Xbox-Konsole an einige Game-Studios ausgeliefert haben.

Die unter dem Codenamen „Durango“ entwickelte Konsole sollte damit technisch keine größeren Änderungen mehr erfahren – leider schweigt Microsoft weiterhin beharrlich über die Featureliste der neuen Konsole. Das Magazin Xbox World will aber erfahren haben, dass es sich bei der CPU in den Dev-Kits um einen IBM-Prozessor mit 16 Rechenkernen handeln soll. Die Grafikeinheit soll aus AMDs aktueller HD-7000-Serie stammen und die GCN-Architektur nutzen. Dass ein echter 16-Kern-Prozessor zum Einsatz kommt, ist aber höchst unwahrscheinlich.

Auch wenn Microsoft den einen oder anderen Core für Kinect, Physik und andere rechenintensive Anwendungen zur Verfügung stellen will – selbst IBM hat bislang noch keinen PowerPC mit 16 echten Rechenkernen im Angebot – und Server-CPUs wie sie AMD anbietet bringen es zwar auf 16 Kerne, lassen sich dann aber nicht mehr wohnzimmertauglich kühlen und sind sehr teuer. Wahrscheinlicher ist dann schon, dass es sich um einen PowerPC mit vier echten Rechenkernen und 4xSMT handelt. Damit wären dann dank einer Intels Hyperthreading recht ähnlichen Funktion insgesamt 4 echte und 12 virtuelle Kerne für insgesamt 16 Threads verfügbar. Diese Funktion bietet zwar mehr Leistung als sie ein Prozessor ohne SMT leisten kann, die Power eines echten 16-Kern-Prozessors bringt diese Lösung aber selbstverständlich nicht.

Auch bei der GPU wird Microsoft keine Highendvariante von AMD einsetzen. In Anbetracht der nur begrenzten Kühlfläche einer Wohnzimmerkonsole – immerhin soll der Lüfter nicht ohrenbetäubend rauschen – dürfte es sich daher nicht um die Topmodelle der aktuellen 7000er-Serie handeln. Realistischer ist eine auf der HD 7750 oder HD 7770 basierende GPU. Eventuell unterstützt durch ein in der CPU sitzende Grafikeinheit wie sie schon die Xbox 360 bietet – vor einiger Zeit wurden schließlich Gerüchte laut, dass Microsoft auf zwei unabhängig arbeitende Grafikchips setzen möchte. Wünschenwert wären auf jeden Fall ein größerer Arbeitsspeicher, die aktuellen Konsolen setzen auf schon lächerlich winzige Arbeitsspeicher, die sich das Gerät zudem mit der Grafikeinheit teilen muss. Die geringen Speichergrößen sorgen immer wieder für unansehnlich niedrige Texturen, Nachladeruckler oder zu spät ladende Texturen – aktuelles Beispiel: The Witcher 2 für die Xbox 360 – und bei Multiplayershootern für kleine Maps und geringe Spielerzahlen im Vergleich zur PC-Version.

Ein Gerücht, das viele Leute eher skeptisch betrachten, betrifft die Onlinefunktionen der neuen Xbox. Angeblich soll die Konsole zum Spielen eine dauerhafte oder zumindest für den Spielstart nötige Internetverbindung benötigen. Nun haben wir in Deutschland zwar eine recht hohe Zahl an Internetzugängen, davon sind aber beiweitem nicht alle ausreichend schnell für umfangreiche Spielereien wie nachzuladende Spielbestandteile (damit experimentierte Ubisoft einige Zeitlang herum), gigantische Pflicht-Patches und Online-Distributionen. Und selbst für eine regelmäßige Onlineverbindung eignen sich nicht alle Zugänge – wohl dem, der in der Stadt wohnt und eine schnelle DSL- oder Kabel-Leitung nutzen kann, Anwender mit UMTS oder LTE hingegen beklagen recht regelmäßig Verbindungsabbrüche und bei UMTS auch hohe Latenzen. Vom eingeschränkten Datenvolumen gar nicht erst zu reden, ein größerer Patch kann da schon das Monatsvolumen aufbrauchen.

playstation

Sony Playstation 4 „Orbis“

Dieses mal möchte Sony sich nicht die Kunden von Microsoft nehmen lassen. Erschien die Playstation 3 noch deutlich später als die Xbox360, möchte Sony bei der neuen Generation vor Microsoft auf den Markt gelangen. Noch 2013 soll die vierte Playstation mit dem Codenamen „Orbis“ auf den Markt gelangen, angeblich haben bereits Anfang des Jahres einige ausgesuchte Entwicklerstudios ihre Developer-Konsolen von Sony erhalten. Das Magazin Kotaku berichtet auch bereits von angeblichen Hardwarespezifikationen der kommenden Playstation. So soll Sony auf einen AMD-Prozessor mit vier Rechenkernen und 2,9 Gigahertz setzen und ebenfalls eine AMD-Grafikeinheit verbauen.

Angeblich soll es sich bei der CPU um einen Llano-Prozessor von AMD handeln – diese bereits nicht mehr ganz taufrischen Prozessoren nutzen die Rechenkerne des Phenom II, verzichten allerdings auf deren leistungssteigernden L3-Cache. Zusätzlich integriert AMD eine Grafikeinheit in die CPU, die zumindest mit einfachen dedizierten Grafikkarten mithalten kann. Sony soll sich aber nicht nur auf die eher bescheidene Grafikleistung von Llano verlassen sondern einen zusätzlichen Grafikchip, ebenfalls von AMD, einsetzen. Dabei dürfte es sich nicht um einen modernen GCN-Grafikchip handeln sondern um ein älteres Modell aus der Vorgängerserie. Allerdings lässt sich die Leistung der in die CPU integrierten GPU mit der des zusätzlichen Grafikchips kombinieren, so dass etwas mehr Leistung zur Verfügung steht.

Insgesamt klingt die Hardwareausstattung der neuen Playstation allerdings eher enttäuschend. Zumindest die wenigen bisher bekannten Schnipsel lassen auf keine sonderlich leistungsfähige Konsole mit großem Potential für die Zukunft schließen. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, könnte Sony es in Zukunft eher schwer haben, gegen Microsoft oder sogar Nintendo anzukommen. Unter Umständen handelt es sich bei alle den bisher an die Öffentlichkeit gelangten Informationen aber auch nur um Nebelkerzen um Presse und Konkurrenz zu verwirren. Kommentiert hat bisher keiner der Hersteller die Gerüchte zur eingesetzen Technik, so dass alle Spekulationen vorerst mit Vorsicht zu behandeln sind.

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3 Kommentare

  1. computerfuzzi sagt:

    Ob Sony wirklich eine so schwache Hardware verbaut? Zutrauen würde ich es ihnen. Aber trotzdem, peinlich wär’s schon.

  2. Karl sagt:

    hmm ja, sony enttäuscht schon etwas mit der Hardware, man setzt wohlm lieber auf billige “alte” Componenten und verkauft die Konsole teuerer :D

    Denn noch wid die neue Playstation auch mit den neuen Spieltiteln zurecht kommen müssen und den spielern eine gute Expirience biten müssen sonst sind DIE ganz schnell weg und umgestiegen.

    Daher denke ich wird auch Sony versuchen die Playstation auf dieses niveau vorzubereiten.

  3. computerfuzzi sagt:

    Wenn man sich Sonys Umsatzzahlen so anschaut, MUSS die neue PS ein Erfolg werden. Sonst gibts ja nicht mehr so viele Sparten im Unternehmen, mit denen sich Gewinn machen lässt..

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