Pixelkrieg! – Xbox One und Playstation 4

 

ps4-xbox one
 

Als Microsoft und Sony ihre neuen Konsolen ankündigten, war das Internet voll mit Spekulationen zur Leistung, zur grafischen Qualität kommender Spiele – und auch voller Spott für Microsofts technische Entscheidungen.
 

Nun sind die Konsolen bereits einige Zeit auf dem Markt und noch immer gibt es bei der Ankündigung neuer Spiele Diskussionen über die Auflösung des Spieles.
 

Grund ist die geringere Leistungsfähigkeit der Microsoft-Konsole

Multiplattform-Titel laufen auf der Playstation 4 im Normalfall mit einer etwas höheren Auflösung oder mehr Details als auf der Xbox One. Technik ist das kein Wunder, verlässt sich die Xbox One doch auf eine reine iGPU, eine in den Prozessor integrierte Grafiklösung. Diese teilt sich zudem die Speicherbandbreite mit dem Rest des Systems – und da hier nur klassisches DDR3 zum Einsatz kommt, entsteht schnell ein Flaschenhals. Microsoft versucht diesen Flaschenhals wie schon bei der Xbox 360 mit einem schnellen Zwischenspeicher auszugleichen. Dieser ist laut Aussage einiger Entwickler wie beispielsweise Crytek aber zu klein dimensioniert, um eine FullHD-Auflösung (1080p) zu puffern.

Sony war etwas großzügiger

Der Prozessor selbst entspricht zwar fast exakt dem der Xbox One, zusätzlich gönnt Sony der Konsole aber einen deutlich flotteren Grafikchip (technisch in etwa mit einer Radeon 7850 vergleichbar, einem guten Mittelklasse-Chip für den PC also) und vor allem deutlich schnelleren Speicher. Die PS4 nutzt GDDR5-RAM, wie er sonst auf schnellen Grafikkarten zum Einsatz kommt. Dieser Speicher beschleunigt aber nicht nur die Grafikeinheit sondern auch den Prozessor, da es der gemeinsam genutzte Systemspeicher ist. Ein Flaschenhals wie bei der Xbox entsteht so kaum.

Genug Technik-Gebrabbel. tl;dr:

PS4 potentiell flotter als Xbone

Zurück zu der Auflösungsdebatte. Fast immer wenn ein neuer Multiplattformtitel angekündigt wird, heißt es auf gängigen Newsseiten je nach Seriosität: „Xbox One nur 900p, PS4 1080p“ oder „WTF, schon wieder nur N00b-Auflösungen bei Microsoft“. Dass bei der Xbox One zurückgesteckt werden muss, weil Microsoft eine teilweise etwas weltfremde Hardware verkauft, ist also mittlerweile klar. Doch wirkt sich die Auflösung tatsächlich auf das Spielen aus?
 

Jein. Sicher, eine geringere Auflösung bedeutet erst einmal etwas weniger Grafikqualität. Die Entwickler haben dabei erst einmal die Möglichkeit, auf Details im Spiel zu verzichten. Schlechte Idee, sieht auf Vergleichs-Screenshots immer schlecht aus, da geht die PR-Abteilung auf die Barrikaden. Die Frameraten zu senken wäre eine naheliegende Idee, kommt aber auch nicht in Frage – im Endeffekt sieht ein Spiel mit durchgehend 60 FPS aber 900p Auflösung deutlich besser und „runder“ aus, als ein Spiel mit 1080p aber nur 30 FPS. Oder mit 60 FPS und dauernden Framedrops.

„Aber wenn der Fernseher nativ 1080p ausgibt, dann sieht eine geringere Auflösung ja doof aus weil sie interpoliert werden muss“

– so ein weiteres Argument, das aus der Funktionsweise von PCs und deren Monitoren entstanden ist. Konsolen arbeiten anders, dort ist ein hochwertiger Upscaler vorhanden, der die 900p auf 1080p hochrechnet. Der Fernseher muss also nichts hochrechnen, das macht die Konsole. Und zwar deutlich besser. Im Endeffekt ist ein Unterschied von wenigen hundert Pixeln im Alltag nur schwer zu erkennen. Und welcher Zocker steht schon direkt vorm TV und sucht mit der Lupe nach Bildpunkten?

Fazit:

Die Xbox One zeigt weniger Pixel als die PS4, für FullHD reicht es bei der Konsole nur selten. Das ist ärgerlich und zeigt schon jetzt, dass Microsoft nicht nur die technisch deutlich schwächere Konsole sondern auch die weniger zukunftssichere Konsole gebaut hat. Ãœber diesen Punkt darf sich gerne geärgert werden. Schlechter aussehen tun Spiele zumindest aufgrund der geringeren Auflösung allerdings nicht. Sichtbare Unterschiede wird es aber in Zukunft geben, wenn die Reserven der Xbox One für weitere Effekte und Technikspielereien der Entwickler ausgereizt sind, während die Sony-Konsole noch weiteres Potential bietet.

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