E3 – Microsoft Xbox One kostet 499 Euro

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© Microsoft

Nach den ersten Pressekonferenzen zur Präsentation der Next-Gen-Konsolen PS4 und Xbox One zeigen Microsoft und Sony auf der E3 in Las Vegas nun endlich weitere Infos. Microsoft begann gestern Abend um 18.30h (deutscher Zeit) mit einer Pressekonferenz und brach vor allem auch das Schweigen in Sachen Konsolenpreis.

Viel wurde gemunkelt im Voraus, Gerüchte machten die Runde im Internet – und nur selten kam Microsoft gut dabei weg. Nutzergängelung durch DRM, Onlinezwang, Gebrauchtspielsperren, spionierende Kinect-Hardware – es war tatsächlich an der Zeit für Microsoft reinen Tisch zu machen und die potentiellen Käufer der Xbox One zu beruhigen.

Tatsächlich äußrte sich Microsoft auf der E3 zu vielen Punkten bezüglich der Xbox One, wenn auch nicht immer so, wie es sich die Fans der Konsole erhofft hätten. DRM wird es auf jeden Fall geben – gleiches gilt für eine Gebrauchtspielsperre. Diese einzurichten obliegt laut Microsoft dem Spielehersteller und nicht dem Konsolenhersteller – so versucht das Unternehmen den Shitstorm von sich auf die Publisher abzuwenden. Onlinezwang ist ebenfalls vorgesehen, alle 24 Stunden muss die Box ins Internet schauen dürfen um nach Updates, DRM und anderen wichtigen Dingen zu suchen. Angesichts der DSL-Drosselpläne und der eher bescheidenen Breitbandinfrastruktur in Deutschland könnte dieser Punkt viele potentielle Käufer vom Erwerb der Xbox One abhalten – Microsoft betont, dass mindestens 1 Megabit pro Sekunde benötigt wird um die Box glücklich zu machen. Gleichzeitig heißt es bei Microsoft auch, dass man nicht davon ausginge, dass es Käufer ohne Breitbandzugang gebe. LTE-Nutzer in Deutschland sollten aufgrund der Drosselung dieser Zugänge einen sehr weiten Weg um die Xbox One machen, zumindest bis geklärt ist, wie viel Volumen das Spielen mit der Konsole verbraucht. Denn: Dank Cloudanbindung sollen Spiele schneller, hübscher und smarter werden. Rechenzentren sollen aufwändige Berechnungen für die Konsole übernehmen und dann per Internet zum Nutzer übertragen. Ob und wie das funktionieren wird mag Microsoft indes nicht verraten.

Das Rennspiel Forza Motorsport 5 soll Cloud-Berechnungen nutzen, um die KI der Mitfahrer intelligenter zu gestalten. Zudem soll der „Drivatar“ lernen wie der Spieler zu fahren – und sich auch auf unbekannten Strecken entsprechend des Gamer-Fahrstils zu verhalten.

Die Grafik von Forza und anderen gezeigten Spielen war nett aber nicht atemberaubend. Ryse, eine Schnetzelorgie im alten Rom, brutal und mit nicht sehr vertrauenserweckenden Quicktime-Events ausgestattet, präsentierte sich mit passabler Grafik die insgesamt aber etwas matschig wirkte. Von Crytek haben wir schon besseres gesehen – wenngleich Ryse immerhin die Amputation verschiedener Körperteile sehr explizit darstellt. Und wer wollte nicht schon immer einmal den D-Day aus Sicht Römischer Legionäre nachspielen? Niemand? Oh. Besser schaute da schon Remedys Quantum Break aus, futuristisch und zeit-manipulativ, mit hübschen Gesichtsanimationen und vielen Partikeleffekten.

Fast schon verschämt rückte Microsoft zum Ende der Präsentation dann auch mit dem Preis für die Xbox One heraus. 499 Euro soll die Konsole kosten und im November 2013 sowohl in den USA als auch in Europa verfügbar sein. Für uneingeschränkten Multiplayerspaß muss allerdings zusätzlich eine Xbox Live Gold Mitgliedschaft erworben werden – diese bietet nun aber immerhin monatlich zwei ältere Spiele gratis als Bonus.