Kopierschutz 2.0 – Sony beantragt Patent auf biometrisches DRM

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Die Führungsetage von Unternehmen wie Sony scheint sehr schlecht zu schlafen – andauernd müssen den Managern Träume von säbelschwingenden Raubkopierern und gnadenlosen Second-Hand-Käufern durch den bereits etwas angeschlagenen Geist huschen.Anders lässt sich das im Mai 2012 beantragte Patent zur Identitätserfassung mit biometrischen Verfahren nicht so recht erklären. So plant Sony laut dem Patent die Erfassung zahlreicher biometrischer Daten – bis hin zur DNA des Nutzers – um damit den tatsächlichen Nutzer einer Konsole und eines Spieles zu ermitteln. Um das Prozedere nicht zu sehr nach Orwellscher Rundum-Ãœberwachung klingen zu lassen, freut sich Sony immerhin darüber, so alle anderen Anmeldeverfahren wie Passwörter überflüssig zu machen.

„Falscher Spieler erkannt, bitte legen sie das Gamepad aus der Hand und übergeben sie es an Spieler XY. Spielen mit dieser Konsole ist für nicht-registrierte Spieler nur gegen Zahlung einer Pauschale an Sony möglich.“

Als Beispiele werden Fingerabdrucks-Scanner, Handsensoren, Gesichtserkennungssysteme, Iris- und Retina-Scanner, Sprachmuster- und DNA-Erkennung erwähnt. Der Patentantrag spricht aber nicht nur davon, Spiele einzelnen Nutzern genau zuordnen zu können. Sony plant offenbar auch, die biometrischen Daten auf Unternehmensservern zu sichern und für personalisierte Werbung zu nutzen.

„Sehr geehrter Spieler, wir haben einen Defekt in ihrer DNA entdeckt, mit nur täglich zwei Tabletten unseres Arzeimittelsponsors sind sie aber im Nu wieder Wohlauf!“

Zwar ist Sony nicht das erste Unternehmen, das biometrische Daten sammelt „um das Spielvergnügen zu steigern“, allerdings wirken die laut Patentantrag zumindest theoretisch geplanten Ausmaß bislang einmalig. Angesichts der letzten Datenschutzskandale ausgerechnet von Sony wirkt auch die Sicherung der biometrischen Daten auf Unternehmensservern nicht sehr vertrauenserweckend. In Verbindung mit der Nutzung für Werbung sogar erst recht nicht.

„Wir bedauern ihnen mitteilen zu müssen, dass ihre DNA-Proben, eine Blutprobe und die Scans ihrer Iris und Handflächen bei einem unbedeutenden Einbruch auf unsere Server vermutlich in die Hände von chinesischen Hackern geraten sind. Beim Kauf des Premiummodells PS6 UltraDRM werden ihre persönlichen Daten zudem verschlüsselt auf unseren Servern gesichert. Wir bedauern, diesen Service aus Kostengründen bei den günstigeren Paketen nicht anbieten zu können.“