Microsoft Xbox One – Technische Details

 

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© Microsoft

In einem von lautem Jubeln übertönten einstündigen Mini-Event präsentierte Microsoft die Xbox One, den Nachfolger der Xbox 360. Lange wurde über die neuen Steuerungsmöglichkeiten, Cloudfunktionen und Onlinemöglichkeiten gesprochen, auch die kommenden Spiele kamen zur Sprache. Nur die technischen Details der Konsole zeigte Microsoft eher verschämt und am Rande. Einzig auf die acht Rechenkerne und die geringe Lautstärke ist man in Redmond offenbar sehr stolz.

 
Für die fehlende Lautstärke dürfte aber auch die eher bescheidene Hardwareausstattung verantwortlich sein.

Viele Details nannte Microsoft noch nicht – und bei den genannten gibt es einige Verwirrungen. So soll der Prozessor acht Rechenkerne enthalten und 64-Bit-tauglich sein. Sehr wahrscheinlich ist ein Jaguar-Design wie es bereits bei der PS4 von Sony zum Einsatz kommt. Ãœber die Grafikeinheit verlor Microsoft nur wenige Worte, sie soll mit der CPU auf einem DIE sitzen und ebenfalls von AMD stammen. Insgesamt soll diese APU eine TDP von nur knapp 100 Watt aufweisen – eine beeindruckende Rechenleistung bei der GPU ist angesichts des stark begrenzten thermischen Budgets nicht mehr machbar.

Verwirrend:
Microsoft gibt an, den Prozessor im 40-nm-Verfahren fertigen zu lassen. Das wäre angesichts der aktuell üblichen 28-nm-Technologie ein arger Rückschritt und würde noch deutlich weniger Leistungsspielraum ermöglichen als bei modernerer Fertigung. Wir gehen daher von einem Kommunikationsfehler aus und hoffen das beste für Microsoft. Zumal der 8 Gigabyte groß Arbeitsspeicher der Xbox One schon nur aus DDR3-Modulen bestehen soll – Sony setzt auf schnell GDDR5-RAM um die GPU nicht unnötig zu bremsen und mehr Performance aus der CPU zu kitzeln.

Um der GPU dennoch Beine zu machen, setzt Microsoft wie schon bei der Xbox 360 auf einen schnellen Zwischenspeicher direkt beim Grafikkern. Dieser ist mit 32 Megabyte überschaubar groß, soll aber auch keine Texturen puffern sondern Rechenbefehlen den langsamen Weg über den RAM ersparen. Dennoch werden viele Informationen über den Arbeitsspeicher laufen müssen. Da dieser mit den acht CPU-Kernen gemeinsam genutzt wird, sind Engpässe vorprogrammiert. Zumal Microsoft eben auf langsamen DDR3-Speicher setzt – Sony macht vor, wie es besser geht. Es bleibt zu befürchten, dass Microsoft mit der Xbox One grafisch sehr schnell den Anschluss an die PS4 verlieren wird. Ein einigermaßn sinnvoll ausgestatteter PC hingegen ist keine Konkurrenz für die Konsolen – zumindest nicht in Bezug auf die Performance.

Auf eine SSD als Systemlaufwerk verzichtet Microsoft, zu recht angesichts der Preise für halbwegs groß Laufwerke. Stattdessen kommt eine Festplatte mit 500 Gigabyte Kapazität zum Einsatz. Da Spiele komplett von Blu-ray auf die HDD übertragen werden können – ohne dass der optische Datenträger anschließnd noch im Laufwerk stecken muss – könnte es hier aber sehr schnell sehr knapp werden. Unter Umständen hält Microsoft sich die Option offen, für mehr Geld ein Modell mit einem Terabyte oder mehr Speicherplatz anbieten zu können.

Kinect wurde stark überarbeitet um den neuen Steuerungsmethoden gerecht zu werden. Die Auflösung beträgt nun 1920 x 1080 Pixel, die Kamera soll zudem in der Lage sein, nicht nur kleinste Bewegungen bis hin zu Muskelbewegungen zu registrieren, auch der Pulsschlag des Spielers soll analysiert werden können. Die Kamera kann bis zu sechs Personen vor dem Bildschirm auseinander halten und ihren jeweiligen Xbox-Profilen zuordnen. Da die Software auch in der Lage sein soll, Emotionen auf den Gesichtern zu erkennen, soll sich unter anderem personalisierte Werbung schalten lassen – anhand der Reaktionen der Nutzer. Wie sich diese Ideen mit dem Datenschutz in Deutschland vereinbaren lassen werden muss sich noch zeigen.

XBox 2013 / Hardware


Alles in allem wirkt die Xbox One aus der Warte einer Spielekonsole eher langweilig und im direkten Vergleich mit der PS4 sogar beinahe Rückständig. Betrachtet man die Konsole als Mediencenter für die Wohnzimmeruntehaltung – ein Mediencenter, mit dem sich eben auch ein wenig Zocken lässt – dann wirkt die One schon spannender. Ob das allerdings für einen Markterfolg reichen wird?