Neue Geforce-Topmodelle erst im März 2013?

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© Nvidia

So richtig rund läuft es bei den Grafikkartenherstellern aktuell offenbar nicht. AMD schafft es offensichtlich nicht, größre Mengen der Ghz-Edition der HD 7970 auszuliefern, Nvidia musste bei seinen Kepler-Karten den Release um mehrere Monate verzögern und hat noch immer keine Mittelklassemodelle auf Kepler-Basis auf dem Markt. Ein Schuldiger ist schnell gefunden: Auftragshersteller TSMC hat den Fertigungsprozess in 28 nm Strukturbreite erst seit kurzem halbwegs im Griff, so dass in den vergangenen Monaten nur vergleichsweise geringe Mengen an GPUs ausgeliefert wurden. Vergleichsweise, weil es für die aktuellen Modelle offenbar durchaus ausreichend ist, nur keine Verkaufssteigerungen durch neue Modelle realisierbar sind.

Auch andere Hersteller leiden unter der 28-nm-Knappheit – Mobilprozessoren wie Qualcomms Snapdragon S4 werden ebenfalls in 28 nm bei TSMC hergestellt, so dass einige Hersteller mangels Kapazitäten auf andere, ältere CPUs umgeschwenkt sind.

Nvidia präsentierte erst vor kurzem die Geforce GTX 660 Ti, eine flotte Performance-Karte die aber überraschend auf dem bereits bekannten GK104 basiert. Diese GPU kommt auch auf den Topmodellen zum Einsatz und findet sich fast unverändert so auch in der GTX 670. Entsprechend klein fallen die Leistungsunterschiede zwischen den beiden Modellen aus. Die für den Oktober erwartete GTX 660 soll dann aber als erste Karte einen weiter verkleinerten GK106 nutzen.

Interessant bei der Kepler-Generation ist jedoch die Tatsache, dass das aktuelle Topmodell GTX 680 mitnichten den schnellsten Chip der Serie einsetzt sondern eigentlich nur die Performance-GPU – zumindest laut offizieller Nvidia-Namensgebung. Für die Luxusklasse ist der GK110 vorgesehen, dieser feierte aber erst vor kurzem sein Debüt auf der sündhaft teuren Serverkarte Tesla K20.

Für den Zocker-Einsatz sollen GK110-basierte Karten laut einem Bericht von VR-Zone erst im März 2013 erscheinen – und das gleich als neue Geforce-Serie, nämlich als GTX 780. Kepler wird bei Nvidia also noch eine Generation länger halten müssen. Bis dahin wird Nvidia aber auch die Yield-Raten, die Chipausbeute bei TSMC also, erhöht haben. Kleinere Optimierungen im Chip sollen zudem für eine etwas höhere Leistung bei geringerem Verbrauch sorgen. Ob diese Maßnahmen aber für eine komplette Grafikkarten-Generation reichen?

Die eigentliche Kepler-Nachfolge kommt dann wohl auch erst frühestens im Jahr 2014. Maxwell soll bereits in 20 nm gefertigt werden und trägt unter Umständen einen eigenen Prozessor mit im Kern: Ein ARM-Rechenkern soll dem Chip unterstützen und zumindest im Serverbereich Rechner ermöglichen, die fast ausschließlich aus Nvidia-Grafikkarten bestehen.