Playstation 4 vorgestellt! Wir haben die Fakten und Daten für euch

 
playstystation4-event-new-york
 
Um Punkt Mitternacht deutscher Zeit, also um 18 Uhr in New York, begann Sonys durchaus spektakulär in Szene gesetzte Präsentation der Playstation 4. Auch wenn zahlreiche Stimmen kurz vor dem Event unkten, Sony würde in einem Marketingstunt eben keine neue Konsole präsentieren – so mutig war das japanische Unternehmen nach all der Vorab-Presse zum Event dann doch nicht. Und tatsächlich: Die Konsole kommt und sie heißt wirklich PS4, nicht Orbis oder nur Playstation.

Schon schnell wurde klar: Sony setzt auf Vernetzung, soziale Interaktion und sieht die Playstation immer stärker als Mediencenter und nicht nur als Konsole. Es geht Sony um die „Next-Generation-Player“, Spieler die mit Tablets und Smartphones, sozialen Netzwerken und anderen Internetdiensten aufgewachsen sind.

Mark Cerny betritt die Bühne. Cerny ist Lead System Architekt der PS4 und war zuvor als Entwickler zahlreicher Videospiele tätig. Er betonte schon früh, dass die ersten Konsolen bis hin zur PS2 einfach nur Spielgeräte waren. Erst die PS3 bot einen großn Umfang verschiedener Dienste und war dank Cell-CPU in der Lage aufwändige Berechnungen auszuführen. Mit der PS4 möchte Sony laut Cerny einen Schritt weiter gehen. „Nothing between you and the game“ ist eine der Aussagen, prominent an die Wände des Conference-Center projiziert.

Viel Wert will Sony auf die Wünsche von Spielentwicklern gelegt haben. Die PS4 soll eine Konsole von Spieleentwicklern für Spieleentwickler sein – eine kleine Anspielung auf die schon traditionell knifflige Programmierung der Playstation-Konsolen in der Vergangenheit.

Wie die Gerüchte zuvor bereits vermittelten: Sony setzt auf eine x86-CPU, eine modifizierte PC-Grafiklösung und 8 Gigabyte gemeinsam genutzten Speicher. Doch zuerst präsentierte Cerny den neuen Controller der PS4. Auch hier entspricht das Ergebnis den bereits zuvor gesehenen Bildern und Gerüchten. Ein Touchpad nimmt den Mittelteil des Controllers ein und es findet sich ein Share-Button. Auf der Rückseite ist eine Move-ähnliche Lichtleiste angebracht, die Kontakt zu einer Light-Bar an der Konsole aufnimmt.

Mit einer Einspielung der UT4-Engine von Epic Games verdeutlichte Cerny zudem, dass Sony nun leichteren Zugriff auf PC-Entwicklungen hat. Für Leistung soll neben dem Achtkern-Prozessor auch der gemeinsam genutzte und 8 Gigabyte fassende GDDR5-Speicher sorgen. Auch GPGPU-Berechnungen könnten dank Sonys Bemühungen einen höheren Stellenwert einnehmen als bisher – auch am PC, da eine vergleichbare Hardware genutzt wird.

Der erste Game-Einspieler zeigte dann das in verspielter aber durchaus detailreicher Grafik präsentierte Spiel „Knack“. Die Zwischensequenzen erinnerten sehr an populäre Animationsfilme wie Toy Story, die Grafik im Spiel wirkte dagegen eher weniger überragend.

Weiter ging es mit dem Bedienungskonzept der PS4. Ein Druck auf den Powerbutton des Controllers um die Konsole in einen Standby-Modus zu versetzen. Ein weiterer Druck auf den Knopf soll die Konsole in kurzer Zeit wieder aktivieren und das zuletzt gespielte Spiel wieder aufrufen – nahtlos. Wie bereits zuvor angedeutet sorgt der Sharebutton für einen Upload der aktuell gespielten Spielszene. Das eigene Spielerlebnis soll sich so nahtlos mit anderen Spielern und den eigenen Freunden teilen lassen – auf Wunsch auch inklusive Webcambild des Spielers – ein Service wie er bereits von Onlive bekannt ist.

Damit wird es wohl endlich möglich sein Screenshots in den Spielen zumachen und vieleicht sogar Ingame-Videos aufzunehmen. Ein cooles Feature für alle Spieler, aber vor allem für die Clan-Spieler im eSport Bereich dürfte damit vieleicht endlich Möglichkeit bestehen, Clan-Matches ohne extrageräte aufnehmen zu können oder Screenshots von Regelverstößn und Spielergebnissen machen zu können.

PS4 Controller

[dreamwork cats=4]
 
Die Spielerprofile inklusive der Gamevideos sollen aber nicht nur auf der PS4 verfügbar sein sondern per App auch auf Tablets und Smartphones sowie der Playstation Vita. Anhand der eigenen Likes und Dislikes in der sozial-Media-Oberfläche der PS4 soll die Konsole sogar Demos und Inhalte im Hintergrund herunterladen um sie dem Spieler anhand eigener Vorlieben anbieten zu können. Die Downloadspiele sollen sich sogar spielen lassen, während sie noch heruntergeladen werden.

Sony setzt bei der PS4 offenbar stark auf sozial Media. Spielevideos auf Knopfdruck hochladen, Profile mit anderen Spielern verbinden, Tipps zu Spielen und sogar Ingame-Gegenstände von anderen Spielern erhalten können – ob sich Sonys Spieler nicht ein wenig zu sehr beobachtet fühlen angesichts all dieser Ãœberwachungsfeatures?

Mit Remote Play will Sony den Second Screen salonfähig machen. Die Playstation Vita aber auch Tablets oder Smartphones sollen als Zweitbildschirm für die PS4 dienen können – vergleichbar mit dem Tablet-Controller der WiiU, nur eben nicht automatisch beiliegend und damit weniger verpflichtend für die Entwickler. Spieler können wie bei der WiiU auf der Vita in Spielszenen dem PS4-Gamer aushelfen oder das Spiel gleich komplett auf das kleine Display streamen lassen. Praktisch für Sony: So lassen sich Zusatzverkäufe mit der Vita generieren, da das Zweitdisplay nicht wie bei der WiiU bereits serienmäßig beiliegt. Remote Play, PS4-Games gestreamt auf die Vita, könnte Sony tatsächlich einige Zusatzverkäufe bescheren.

Nach etwa 40 Minuten kam dann auch das heiß diskutierte Thema der Abwärtskompatibilität auf. Wie bereits vermutet nutzt Sony dafür Clouddienste, genauer gesagt den im vergangenen Jahr übernommenen Anbieter Gaikai. Nutzer von volumenbegrenzten Internetdiensten wie LTE dürften sich angesichts dieser Aussichten jetzt stark ärgern – gleiches gilt für Nutzer langsamer DSL-Verbindungen mit weniger als 6 Megabit pro Sekunde Ãœbertragungsgeschwindigkeit. Immerhin: Sony will via Gaikai nicht nur PS3-Games verfügbar machen sondern auch Titel der PS1 und PS2.

Die nächste groß Ankündigung für ein Exklusivgame der PS4 folgte anschließnd mit Killzone Shadowfall. Auch hier zeigte Sony eine zwar nette aber keineswegs bahnbrechende oder auch nur modern wirkende Grafik. Immerhin wirkten die Charaktermodelle recht ansehnlich und einige der Effekte schauten ebenfalls weniger nach PS3 aus als noch bei dem zuvor gezeigten Knack. Dennoch, PC-Gamer brauchen sich zumindest bei diesem Titel keine Sorgen um die grafische Vorherrschaft ihrer Plattform machen. Spielerisch präsentierte sich Killzone als klassischer Vertreter der Konsolen-Shooter: Actionreich, voller Effekte und mit viel Deckung ausgestattet. Immerhin wirkte die Grafik im Laufe des Trailers zunehmend interessanter und präsentierte sich auf dem Niveau von PCs der gehobenen Mittelklasse.Unschön war allerdings das zwischenzeitlich wahrnehmbare Ruckeln.
 

Killzone Shadowfall


 
Anschließnd folgte die Präsentation eines Rennspieles: Driveclub setzt auf Teamplay und damit auf soziale Vernetzung. Das Spiel soll in „echten Clubs“ gespielt werden, offenbar setzt Sony nun auch auf Clangaming. Autofans können auf Smartphones und Tablets Rennen gegen andere Spieler vorbeiteten und hochladen – wird die Challenge angenommen, findet das eigentliche Spiel selbstverständlich auf der PS4 statt. Grafisch zeigt sich bei Driveclub primär der Vorteil des deutlich vergrößrten Speichers der PS4 – die Texturen sind deutlich detailreicher als bei PS3-Games die auf die sehr begrenzten Ressourcen der Konsole Rücksicht nehmen mussten. Ansonsten wirkte auch hier die Grafik zwar gut aber nicht wirklich atemberaubend. Es kam einmal wieder das Gefühl auf, Sony bewirbt hier einen Mittelklasse-PC mit hübscher Social-Media-Wohnzimmer-Oberfläche.
 

Drive Club


 
In der nächsten Game-Vorstellung geht es um Ãœberwachung und Freiheitskämpfer: Exklusiv für die PS4 entwickelt Sucker Punch das düstere und nicht unbedingt für Paranoiker geeignete Infamous Second Son. Sonderlich viel gab es zu diesem Spiel allerdings nicht zu sehen – es wirkte aber durchaus beklemmend und machte von der Story her Lust auf mehr.
Andererseits: Ein Spiel, das sich kritisch zur Dauerüberwachung durch den Staat und Unternehmen äußrt auf einer Konsole wie der PS4, die vor allem durch „soziale Medien“ und damit Dauerüberwachung des Spielers auf sich aufmerksam machen will ist durchaus putzig.
 

Sucker Punch – Infamous Second Son


 
Um den Wert der PS4 für Indie-Entwickler zu betonen, präsentiert Sony anschließnd mit The Witness ein kleineres Spiel mit eher ruhigerer Atmosphäre vor. Ein wenig wirkte es allerdings wie der Klassiker Myst.

Auftritt David Cage. Kaum ein anderer Entwickler hat die PS3 so beeinflusst wie Cage mit seinem Studio Quantic Dream und dem beeindruckenden Heavy Rain. Er spricht über die technische Entwicklung: einfach texturierte und 1500 Polygone bei Fahrenheit bis hin zu den abertausenden mittels Shaderpower angeordneten, hübsch ausgeleuchteten und detailreich texturierten Polygonen für Quantic Dreams neuestes Projekt. „Wir sind nur noch durch unsere Vorstellungkraft eingeschränkt, nicht mehr durch die Leistung der Konsole“ – schöne Worte von Cage.

Doch Sony hat nicht nur die Gamer auf dem Schirm wenn es um die PS4 geht. Auch kreative Anwendungen sollen die Zielgruppe erweitern. Als Heilbringer hat Sony Move auserwählt. Der Move-Controller soll für Zeichnungen und andere kreative Projekte genutzt werden können – natürlich wieder vernetzt und verknüpft mit den Freunden des eigenen Spielerprofiles. 3D-Figuren wie ein Puppenspieler mit dem Move-Controller über den Bildschirm jagen soll laut Sony also der nächste Trend im Wohnzimmer werden. Die kleine Rockband-Einlage mit Move wirkte allerdings eher schlecht zu steuern.

Zurück zu den „ernsthaften Spielen“: Capcoms Yoshinori Ono betritt die Bühne und versichert gleich zu Beginn: Es geht nicht um Street Fighter. Stattdessen zeigt er eine neue Engine mit dem Codenamen Panta Rhei um die Leistungsfähigkeit der PS4 zu demonstrieren. Auf Basis dieser Engine soll eine neue IP von Capcom mit dem vorläufigen Namen Deep Down kommen. Und tatsächlich, was man von der Engine in Bezug auf Ingame-Grafik sah wirkte durchaus beeindruckend. Viel zu sehen war leider nicht, die wenigen Szenen wirkten aber sehr ansehnlich.
 

Deep Down


 
Anschließnd durfte auch Square Enix nicht auf der Bühne fehlen – immerhin war Final Fantasy 7 für viele Menschen der Grund Nr.1 für den Kauf einer Playstation 1. Der nun gezeigte Trailer von Square Enix war allerdings schon vor einigen Wochen zu sehen – mit dem Unterschied, dass die hübsche Grafik auf der PS4 in Echtzeit berechnet wurde während der Trailer zuvor pre-rendered wurde. Sollte die Grafik in Echtzeit berechnet sein, wäre die Qualität tatsächlich beeindruckend.

Mit Yves Guillemot betrat anschließnd die Personalisierung von Ubisoft die Bühne. Ubisoft präsentierte Watch Dogs ein grafisch durchaus ansehnliches Spiel. Lustig nur, dass auch Watchdog auf die dauerhafte Ãœberwachung und Vernetzung anspielt, ganz im Gegensatz zum Social-Media-Grundtenor der PS4.
 

Watchdog


 
Sony zeigt gegen zwei Uhr schon über eine Stunde ausschließlich Spiele und Engines – die Konsole selbst mögen die Japaner offenbar nicht in die Kamera halten. Nach Ubisoft ist Blizzard an der Reihe Werbung für seine neuen PS4-Projekte (und den Versuch die Weltherrschaft zu übernehmen) machen. Blizzard kooperiert mit Sony, eine durchaus beeindruckende Meldung, ganz nebenbei fallengelassen. Mit Diablo III steht auf der PS4 einer der großn aktuellen Blizzard-Titel auf der Release-Liste – übrigens auch für die PS3 wie Blizzard verlauten ließ. Neu: Ein 4-Player-Coop im Splitscreen. Ein komplett neues Projekt wäre sicherlich spannender gewesen.

Natürlich darf in dieser Runde auch Activision nicht fehlen. Bungie produziert Destiny für die PS4 und die PS3 – ein Halo wäre sicherlich der größre Lacher gewesen, Destiny soll aber die deutlich größre Onlinewelt bieten und schaut zudem bereits jetzt sehr gut aus.
Und dann, so ziemlich genau zwei Stunden nach Beginn der Präsentation, endete die Show in New York mit dem unbestimmten Gefühl, etwas wichtiges nicht gesehen zu haben. Es wurden viele Spiele gezeigt, nette Engines und begeisterte Entwickler. Ein Controller mit Touchpad, eine vollkommen auf social-media getrimmte PS4-Oberfläche und viel Internetzeug. Was wir allerdings nicht gesehen haben ist die Playstation 4 selbst, die Konsole um die sich die Präsentation eigentlich hätte drehen sollen.

Ebenfalls mit Abwesenheit glänzten so gut wie alle technischen Details zur neuen Playstation. Es war von einem Achtkernprozessor die Rede, von 8 Gigabyte GDDR5-RAM für CPU und GPU, von x86-Hardware und einen Zusatzprozessor für Up- und Downloads. Genauere technische Daten jedoch verschwieg Sony komplett, so dass ein Ausblick auf die Leistungsfähigkeit der Konsole aktuell nicht möglich wäre

Weir haben aber dennoch die aktuellen technische Details der PS4 auftreiben können und wisst ihr nun was drinn stecken wird!:

Tech-Details:

  • Single-Chip-Prozessor
  • CPU : x86-64 von AMD, Name “Jaguar”, 8 Kerne
  • GPU : 1.84 Teraflops, Radeon-basiert („next generation“)
  • 8 GB RAM (GDDR5 mit einer Anbindung von 176 GB/ ), den sich CPU und GPU teilen
  • Festplatte 250gb
  • Blu-ray-Laufwerk (BD 6xCAV, DVD 8xCAV)
  • USB 3.0
  • LAN mit bis zu 1000BASE-T
  • WLAN mit 802.11 b/g/n
  • luetooth® 2.1 (EDR)
  • HDMI- und Analog-AV out
  • Digital Output (optisch)

Die gezeigten Spiele, vor allem die Exklusivtitel, bieten zumindest einen kleinen Einblick in die Leistungsfähigkeit der PS4: Ãœberragende Grafiken waren auf der Präsentation in New York nicht zu sehen, die grafischen Fähigkeiten der PS4 scheinen am ehesten einem Mittelklasse-PC zu entsprechen. Sicherlich werden die Entwickler mit zunehmender Erfahrung noch einiges aus der Hardware herausholen können, aktuell enttäuscht die PS4 allerdings zumindest in diesem Punkt. Zudem fehlt ein absolutes Must-Buy-Argument – die PS4 bietet keine Innovationen, keinen überraschend neuen Controller oder andere Bedienkonzepte. Die angestaubten Social-Media-Funktionen sind als Kaufgrund eher unbedeutend und schrecken im Gegenteil sogar eher ab. Welche Zielgruppe Sony mit der PS4 ansprechen will ist auch nach dieser Präsentation absolut unklar. Wahrscheinlich bevorzugt „alle“ – ohne dabei zu sehen, dass das schon ganz anderen Unternehmen nicht gelungen ist. Alles in allem hinterlässt das Sony-Event mehrere groß Fragezeichen in und auf den Köpfen der Marktbeobachter – ob so ein Konsolenklassiker ausschaut? Unsere Meinung: Eher nicht. Die PS4 Konsole oder zumindest einen Entwurf hätte Sony ruhig mal zeigen können.