Virtual Reality in Spielen wird bald Normal sein – Cyberith im Interview

 
 

Seit der Entwicklung der Oculus Rift, ist Virtual Reality nicht mehr nur eine kaum wahrgenommene Technologie für Labore und hällt immer weiter Einzug in die Gamingwelt. Die Entwicklung ist so rasant, dass bald erschwingliche Komponenten auf den Markt kommen werden, die sich fast jeder wird leisten können. VR-Gaming ist auf dem Vormarsch und das schneller als man glaubt. Ãœber dieses Thema sprachen wir mit Tuncay Cakmak, dem Gründer und Geschäftsführen von Cyberith, einem innovativen östereichischen Unternehmen, welches als eines der europäischen Entwickler Conroller-Hardware für das VR-Gaming auf den Makrt bringen will.
 

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Das Kernstück der Entwicklungsarbeit bei Cyberith bildet der Virtualizer, der es dem Spieler ermöglicht durch Bewegungen direkt mit jedem Spiel zu interagieren und ein ganz neues und intensieveres Game-Feeling zu erreichen.
 

Ãœber VR-Gaming und die Spieler der Zukunft – Cyberith in Interview mit Gamertec

Hallo Herr Cakmak, vielen Dank dass Sie so kurzfristig Zeit gefunden haben mit uns über VR-Gaming und Ihr Unternehmen zu sprechen.
Sie sind ja einer der ersten europäischen Hardware-Entwickler im Virtual Gaming Bereich, wieso haben Sie sich gerade diesen Bereich ausgesucht und woher kam die Idee zum Virtualizer?

 

Es war nicht direkt so, dass ich mir ausgesucht habe eine Firma in diesem Bereich zu gründen. Ich war schon immer ein großr Fan von Computerspielen. Aufgewachsen mit Spielen wie Duke Nukem 3D, Doom, Quake, Unreal etc., hat mich die Videospielbranche schon immer in den Bann gezogen. Im Sommer 2012 habe ich mir dann eine Wii Mote von meinem Bruder ausgeliehen, weil er nie damit gespielt hat und sie nur herumlag. Ich habe einige Experimente gemacht wobei ich das Infrarotlicht einer Kerze verwendet habe um mit der Wii Mote den Mauscursor auf dem Pc zu steuern. Nachdem mir das gelungen ist wurde mir nun klar, dass ich eigentlich schon ein First Person Game mit der Wii Mote steuern kann. Als ich dann vor dem Bildschirm saß und mit der Wii Mote eines meiner Lieblingspiele (Quake 3) steuern konnte, habe ich das Gefühl bekommen viel tiefer in der Welt von Quake 3 zu sein als bisher. Es macht einen großn Unterschied ob man Spiele mit der Maus steuert oder mit einem Gerät in der Hand welches sich vom Zielverhalten und Aktionsverhalten dem Gerät in der Hand der Figur im Spiel ähnelt. Nach diesem Erlebnis wollte ich nun den nächsten Schritt wagen und ein Gerät entwickeln, das es mir erlaubt sich in meinen Lieblingsspielen wirklich zu bewegen, weil ich nach gründlicher Recherche kein Gerät gefunden habe welches ich mir kaufen kann.
 

Der Virtaulizer befördert den Spieler ja direkt in das Spiel hinein und überträgt die seine Bewegungen auf die Spielfigur. Vor allem dass Laufen ist dabei ja mit die größte Hürde, die Sie überwinden mussten. Könnten Sie uns ein ein wenig über die Funktionsweise des Virtualizers aufklären.

 

Der Virtualizer ermöglicht die Fortbewegung mittels eines „low friction“ Prinzips, was zu Deutsch „geringe Reibung“ bedeutet. Durch die Wahl der Materialien von Schuhsole und Bodenplattform ist die Reibung zwischen diesen in einer Größnordnung, die das mühelose Zurückgleiten der Füß ermöglicht, ohne jedoch so glatt wie Eis zu sein. Wir haben die Bodenplattform derart optimiert, sodass man den Virtualizer mit handelsüblichen Socken verwenden kann. Dies ermöglicht es, ein voll funktionsfähiges Virtual Reality Device zu einem Preis anzubieten, der für möglichst viele Nutzer erschwinglich ist. Der Virtualizer funktioniert wie ein Controller, nur das man ihn nicht in Händen hällt sondern vielmehr ist man der Controller. Und dadurch ist vieles möglich, wie Laufen in beliebiger Geschwindigkeit, Springen in verschiedene Höhen , Duckpositionen in verschiedenen Höhen, Rückwärtsgehen und sogar Seitwärtsgehen. Der Benutzer kann sich auch natürlich um die eigene Achse drehen so oft er will. Unsere Technologie hat integrierte Sensoren die alle Bewegungen registrieren und über einen Mikrocontroller berechnen. Die Daten werden dann einfach über USB an den Computer gesendet. Der Virtualizer simuliert sozusagen ein Keyboard oder einen handelsüblichen Handcontroller, dadurch ist es möglich den Virtualizer bei allen Spielen zu verwenden die über Keyboard oder einen Controller gesteuert werden können.
 


 

Der gewehrähnliche Controller den Sie benutzen, wie ist da das Bedienkonzept? Welche Aktionen Kann man damit ausführen?

 

Der Controller den wir zurzeit verwenden ist eine „Wii-Mote“ in einer Kunststoffhülle welche sich anfühlt wie ein Gewehr. Die Wii Mote hat sich für uns am meisten bewehrt, aus dem Grund das man ihn für so ziemlich alles programmieren kann, sie Kabellos ist und sie 360 Grad verwendbar ist. Wir benutzen diesen Controller auch als Lenkrad in einem Fahrzeug oder als Joystick in einem Helicopter. Wir können mit der Wii Mote alle Aktionen ausführen welche das jeweilige Spiel bietet weil wir die Aktionen auf Tasten auf der Wii Mote legen können. Wir können auch bestimmte Aktionen auf die Intertialsensoren der Wii Mote legen und somit z.B. das lenken eines Fahrzeugs oder das fliegen eines Jets simulieren. Wir werden bald Videos veröffentlichen mit anderen Controllern und haben noch eine ganz besondere Ãœberaschung.
 

Wenn die Spieler das VR-Gaming Zubehör betrachten, kommt schnell die Frage auf „Kann ich das mit den heutigen Spielen schon nutzen?“ – Ist der Virtualizer bereits mit den heutigen Spielen einsetzbar, oder müssen die Softwarehersteller Ihre Produkte entsprechend anpassen?

 

Man kann den Virtualizer mit jedem Spiel verwenden welches Keyboard oder Controller Eingabe unterstützt, da der Virtualizer diese Eingaben simulieren kann.
 

Der Controller ist ja für das Ausführen von Aktionen in einem Ego-Shooter besonders geeignet, aber was ist mit anderen Spielen. Ich denke da z.B. an Star Citizen, hier findet der größte Teil des Spiels in einem Cockpit statt, dessen umfangreiche Funktionen gesteuert werden müssen. Könnte man das schon mit dem bestehenden Controller bewerksteilligen, oder sind da entsprechende andere Controller möglich bzw. Notwendig?

 

Mit der eingebauten Sitzfunktion des Virtualizers ist es auch möglich sich im Cockpit zu setzen. Mit Cyberhandschuhen könnte man dann die jeweiligen Knöpfe im Cockpit betätigen. Es gibt Hersteller die an solchen Handschuhen arbeiten.
 

Ist der Virtualizer mit anderen Systemen kombinierbar? Eine Kombination mit dem PrioVR von der YEI Corporation oder dem Delta Six Controller würde ich persönlich sehr interessant finden.

 

Natürlich kann man den Virtualizer mit PrioVR oder dem Delta Six Controller kombinieren. Für uns ist es ganz wichtig, dass der Virtualizer leicht kombinierbar bleibt und man das Gerät mit verschiedensten Systemen oder anderer Hardware verbinden kann. Auch da werden noch Ãœberraschungen folgen.
 

Damit man ein wirklich echtes Virtual Gaming Feeling bekommt, braucht man ja unbedingt noch eine VR-Brille. Welche VR- Brille nutzen Sie für Ihre Tests?

 

Wir benutzen zurzeit die „Oculus Rift“ von OculusVR weil wir mit dieser Brille sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
 

OculusRift
 

Wieso nutzen Sie gerade diese VR-Brille?

 

Die Oculus Rift bietet ein sehr hohes FOV (Field of View / Sichfeld) was für uns ganz wichtig ist. Für ein VR Erlebnis ist es ganz wichtig, dass man kaum Ränder sieht, sondern nur die virtuelle Umgebung. Auch die Anbindung zu verschiedensten Spielen erfolgt meist Problemlos.
 

Viele würden sicher einiges darum geben einen Virtualizer im Wohnzimmer stehen zu haben.
Wann wird er vorraussichtlich Serienreife erreichen? Und mit welchem Verkaufspreis wird man in etwa rechnen müssen?

 

Wir geben unser Bestes um ein Gerät zu entwickeln welches ein noch nie da gewesenes VR Erlebnis bietet. Der Virtualizer soll ein Portal werden, das es erlaubt die Realität zu verlassen um sich in grenzenlose virtuelle Orte zu begeben. Da wir noch in der Entwicklung sind können wir keinen exakten Preis nennen, aber er wird im Bereich eines Gaming Pcs liegen. Die Serienproduktion soll Ende 2014 beginnen.
 

Lassen sie uns noch kurz über das virtuelle Spielen an sich sprechen. VR-Gaming steckt ja noch in den Kinderschuhen, dennoch wird es seit 2012 immer präsenter in der Berichterstattung. Wie würden Sie den Entwicklungsstand derzeit bewerten?

 

VR ist zurzeit ein großs Thema ausgelöst durch die Oculus Rift. Ständig liest man über neue Entwicklungen und auch die ganz großn Unternehmen schlagen in diese Richtung ein. Es wird sich noch sehr viel tun in diesem Sektor. Uns macht es einen enormen Spass am Virtualizer zu arbeiten und ein Teil dieser Entwicklung zu sein. Wir wollen uns herzlichst über das Feedback der Community bedanken. Ein ganz großs DANKE an alle die uns unterstützen.
 

Für viele ist VR-Gaming noch Zukunftsmusik und auch wenn es einem im TV oder Internet begegnet, kommt schnell die Frage nach der Verfügbarkeit. Was meinen Sie wie lange es noch dauern würde bis VR-Gaming Hardware normal für jeden kaufbar sein wird?

 

Das wird schon sehr bald sein, ich denke in etwa 2 bis 3 Jahren wird die Art wie wir Gamen ganz anders sein und die Gamer der Zukunft werden fit wie Athleten sein.
 

Sie haben es ja schon erwähnt, die VR-Gamer werden sich mit Geräten wie dem Virtualizer viel mehr bewegen und fiter sein. Wie würden Sie die Gaming-Zukunft beschreiben? Sitzen wir in einigen Jahren überhaupt noch vor einem Bildschirm?

 

Es wird bestimmt noch die Leute geben die sich gemütlich aufs Sofa setzen und relaxed ein Spiel zocken, ob mit Bildschirm oder HMD aber es wird auch die Gamer geben die Mittendrin sein wollen statt nur dabei und diese Gruppe wird aufstehen, sich in den Virtualizer begeben und die Realität verlassen um sich noch weiter in fantastische Welten vertiefen zu können. Die VR Gamer werden auch sehr fit sein.
 

Ja absolut, man stelle sich einen Shooter wie Battlefield vor oder Rollenspiele wie Skyrim – wenn mann mal 2 Stunden lang gerannt, geschlichen, geschossen oder mit dem Schwert gekämpft hat, spührt man danach sicher wo man gerade war. Der eSportler der Zukunft wird vieleicht genauso viel Zeit an Trainingsgeräten verbringen wie im Spiel, um eine Competition LAN konditionell gut zu meistern.

 

Vielen Dank für das sehr interessante Interview und Ihre Pionierleistung Herr Cakmak, wir wünschen Ihne viel Erfolg für die weitere Entwicklung und sind schon sehr sehr gespannt auf die Ãœberraschungen Sie vorhin angesprochen haben.