Zocker-Tablet? Google präsentiert Nexus 7 für 199 US-Dollar
Wer an „ernsthaftes“ Gaming denkt, denkt meistens an PCs oder Konsolen. Selbst Nintendos Wii und das Nintendo (3)DS werden bereits als Kinder-Konsolen oder gar als Casual-Mist abgewertet. Doch schon seit einiger Zeit bahnt sich für das klassische Gaming eine Welle konkurrierender Plattformen an – Tablets und Smartphones.
Sind Smartphones aufgrund ihrer zumeist recht kleinen Displays eher für kleinere Gelegenheitsspiele geeignet, entwickeln immer mehr Studios recht beeindruckende Spiele für die deutlich größeren Tablets. Und auch das Problem der Touchsteuerung ist dank Bluetooth-Gamepad schnell zu lösen. Hier müssen die Hersteller aber noch mit einem einheitlichen und generell genutzten Standard aufwarten – immer erst testen, ob ein Spiel das Gamepad unterstützt oder nicht ist auf Dauer keine Lösung.
Doch halt, sind Tablets nicht im Allgemeinen sehr teuer? Und sind die preiswert angebotenen Modelle nicht viel zu langsam um damit an Spiele auch nur zu denken? Nicht mehr, da aktuell ein massiver Preiswandel bei Tablets vonstatten geht. So hat Google vor kurzem das Google Nexus 7 vorgestellt, ein 7-Zoll-Tablet mit dem schnellen Tegra-3-Prozessor von Nvidia. Diese CPU beherbergt 4 ARM-Rechenkerne, taktet in der preisreduzierten Nexus-Version mit 1,2 Gigahertz und verfügt bereits über eine flotte Grafikeinheit aus der Geforce-ULV-Serie. Ein Gigabyte Arbeitsspeicher und je nach Modell 8 oder 16 Gigabyte Flashspeicher vervollständigen das Tablet. Der 7 Zoll große kapazitive Touchbildschirm löst mit 1280 x 800 Pixeln auf und setzt auf die blickwinkelstabile IPS-Technik. Der Akku soll für bis zu 9 Stunden reichen und als Betriebssystem kommt erstmals Android 4.1 zum Einsatz.
… mit Hilfe von Nvidias Tegra 3
Nvidia drängt mit Tegra schon seit einiger Zeit massiv in den Tablet-Markt, der Tegra 2 mit seinen zwei Rechenkernen gilt als eines der am meisten eingesetzten Prozessormodelle bei hochwertigen Tablets. Zudem lässt Nvidia seine Beziehungen zu den Softwareentwicklern spielen und sorgt so für spezielle Tegra-optimierte Games, die mit verbesserten Grafikdetails glänzen können. Einige Spiele bleiben gleich komplett Tegra-exklusiv. Und tatsächlich sehen Games wie Riptide GP oder Shadowgun sehr beeindruckend aus und bieten eine Grafik, wie sie auch auf aktuellen Spielkonsolen gezeigt wird. Einige Spiele stammen sogar (bis auf die Steuerung) 1:1 vom PC – Max Payne erlebt beispielsweise sein erstes Abenteuer unter Android und iOS neu und bei GTA III lässt sich erneut durch die Stadt cruisen.
Besonders gut eignen sich Tablets allerdings für Strategiespiele. Vor allem Rundenstrategen bekommen mit einem Tablet eine fast perfekte Plattform für ihre Spiele. Echtzeitstrategie hingegen wird oft etwas hektisch, gleiches gilt für Shooter und Sportspiele wenn kein Gamepad genutzt wird. Für die Pause: Tower Defense ist ebenfalls ein perfekt für Tablets geeignetes Genre.
Einige Hersteller kündigen bereits Gamepads speziell für Tablets und Smartphones an. Diese arbeiten per Bluetooth, eine Funktechnik, die eh in fast jedem Gerät integriert ist. Steelseries beispielsweise arbeitet direkt mit Softwareentwicklern zusammen, um eine Kompatibilität zu gewährleisten. So soll das FIFA-Fussballspiel sich per Gamepad steuern lassen.
Ausblicke anderer Hersteller
Einen Schritt weiter geht Razer mit dem „Projekt Fiona“, einem Gaming-Tablet mit integrierten Gamecontrollern. Dank i7-Prozessor sollen auf aufwändige Games spielbar sein – unklar ist bislang allerdings, ob Razer auch eine dedizierte GPU unterstützt oder sich auf die HD-Grafik der CPU verlässt. Das Tablet verfügt nicht nur über die seitlich angebrachten Controller sondern auch über einen Beschleunigungssensor und Neigungssensoren sowie ein Touchdisplay. So sollten ganz neue Spielprinzipien auf Basis der gewohnten Windows-Hardware machbar sein. Generell dürfte Windows 8 und die damit kommenden Tablets für einen weiteren Mobile-Boom beim Gaming auslösen. x86-Tablet, noch immer eher Stiefmütterlich behandelt, werden mit Windows 8 in größerer Zahl auf den Markt drängen und bieten dank Intels HD4000-GPU auch ausreichend Leistung für Spiele in geringen Details. Versionen mit per Optimus zuschaltbarer Kepler-Grafik dürften aber nur eine Frage der Zeit sein. Mit dem Taichi hat Asus ein weiteres interessantes Produkt in der Pipeline – ein Ultrabook mit gleich zwei Displays. So lässt sich das Gerät zugeklappt als Tablet nutzen, da der zweite Bildschirm auf der Displayrückseite sitzt. Beide Display sollen unabhängig voneinander funktionieren und so sogar Zweispielpartien ermöglichen. Da nur eine Hintergrundbeleuchtung genutzt wird, dürfte auch der Energiebedarf vertretbar sein. Eines haben Projekt Fiona und Taichi aber gemeinsam – sie werden nicht preiswert. Fiona soll nicht weniger als 1000 US-Dollar kosten, Taichi eher 1600 Dollar oder mehr.
Günstiger ist da schon das Google Nexus 7 mit seinen bescheidenen 199 US-Dollar für die Version mit 8 Gigabyte internem Speicher. Dank Tegra 3 lassen sich auch damit viele Spiele zocken.





Da fehlt ein “A” in einer Zwischenüberschrift
. Ansonsten: Kann mir schon vorstellen, dass immer mehr Leute auf Tablets setzen um zwischendurch zu zocken. Den PC oder von mir aus auch die festen Konsolen wirds aber wohl nur peripher tangieren.
AAAAA
Thx, habs berichtigt.
Ja aber so wirklich viel kann man auf dem tablet dann doch nicht zocken oder.
Ich meine, es fehlt bei vielen spielen halt auch das Feeling. Ich würde ja nie auf die Idee kommen einen Shooter auf einem Tablet zu spielen.
Warum nicht? Max Payne geht schon sehr gut. Und ansonsten: Strategie, Rollenspiele, Tower Defense – all diese fiesen Zeitfresser halt.