Nvidias teuerster Streich: Geforce GTX Titan

 
GeForce-GTX-Titan
 

Die Titanen greifen nach dem Olymp – dem Grafikkartenolymp in diesem Falle. Nvidia wählt bei der neuesten Geforce-Grafikkarte den Namen aber durchaus mit Hintergrund: Ein Titan ist der GK110-Grafikchip auf jeden Fall, der aktuell komplexeste Consumer-Chip sogar. Und der teuerste, eine Titan kostet nicht weniger als 900 Euro.

Als Nvidia vor einem Jahr die Kepler-Grafikchips der Reihe GK10x präsentierte waren zahlreiche Nutzer und vor allem Berichterstatter erstaunt: Bislang bezeichnete Nvidia das Topmodell einer Serie immer als „110“, die Kepler-Spitzenklasse aber trug den internen Namen GK104 – Geforce Kepler 104, eine Bezeichnung die eher auf Performance-Klasse als auf ein Topmodell hindeutet. Dennoch, die GTX 680 war schnell genug um problemlos gegen AMDs Spitzenreiter HD 7970 antreten zu können.

Im Laufe des Jahres erschien aber eine weitere Nvidia-Karte mit einem noch umfangreicheren Kepler-Chip: Die primär für Supercomputer vorgesehene Tesla K20x nutzt den Kepler-Vollausbau über den schon einige Monate zuvor gemunkelt wurde, den GK110. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch eine Gamerkarte auf Basis dieses GPU-Monsters erschien. Mit der Geforce GTX Titan ist dieses nun geschehen – zu einem hohen Preis aber technisch durchaus auf mehreren Ebenen beeindruckend.

Für die Titan nutzt Nvidia den GK110-Chip mit satten 7,1 Milliarden Transistoren, gefertigt in 28 nm. Gegenüber der bereits sehr flotten GTX 680 legte Nvidia vor allem bei den Shadereinheiten eine gute Portion drauf: Die Titan arbeitet mit 2688 Shadereinheiten, die GTX 680 mit „nur“ 1536 Cores.

Der Takt hingegen fällt mit 837 Megahertz etwas geringer aus, auch der per Boost garantierte Takt ist mit 876 Megahertz nicht sehr hoch im Vergleich zu den 1006 (Boost: 1058) Megahertz des kleinen Bruders. Angesichts der puren Menge an Ausführeinheiten fällt der Takt aber nicht sehr negativ aus. Deutlich praktischer für den Nutzer ist da schon das deutlich vergrößrte Speicherinterface der Titan, das jetzt statt 256 Bit satte 384 Bit breit ist und damit für ausreichend Performance beim 6 Gigabyte großn GDDR5-Speicher sorgt.

[dreamwork cats=5]
 
Bilder: © NVIDIA
 
Beeindruckend: Trotz der massiven Steigerung der CUDA-Cores, des breiteren Speicherbusses und der 7,1 Milliarden mit Strom zu versorgenden Transistoren steigt die TDP der Titan auf maximal 250 Watt – die GTX 680 kommt auf 195 Watt.

Ebenfalls beeindruckend: Obwohl die Titan bis zu 60% mehr leistet als eine HD 7970 oder GTX 680 arbeitet das Kühlsystem extrem effizient und vergleichsweise leise. Vor allem AMDs sehr lautes Referenzkühlsystem dröhnt unter voller Last ohrenbetäubend vor sich hin, die Titan hingegen arbeitet halb so laut.

Für eine gute Kühlung im Rechner sollte ein Titan-Nutzer allerdings auf jeden Fall sorgen – oder ein Modell mit Wasserkühlung abwarten. Der Boost arbeitet nicht nur mit der TDP als Grenze sondern ist auch thermisch begrenzt. Mehr als 80 Grad darf die Karte nicht erreichen, ansonsten stagniert der Takt.

Die Leistung der GTX Titan ist über jeden Zweifel erhaben, Nvidia verkauft die aktuell schnellste Single-GPU-Karte und damit ein Modell, dass sich in einigen Disziplinen sogar mit Dual-GPU-Karten wie der GTX 690 messen kann. Für nur einen Bildschirm mit 1920×1080 Pixeln ist die Karte allerdings zu schade und vor allem zu schnell: Die Titan fühlt sich erst in höheren Auflösungen, mit s3D und im Multi-Monitor-Setup so richtig wohl.