Rebranding!! – AMD und Nvidia mit umbenannten Grafikkarten

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Es ist eine bei Herstellern durchaus beliebte Tradition: Rebranding. Zumeist auf Wunsch von OEM-Herstellern benennen beispielsweise Grafikchipproduzenten ihre aktuellen Modelle um, so dass der Anschein einer neuen und damit leistungsfähigeren Serie erweckt wird. Der OEM-Kunde benötigt dafür dann nicht viel mehr als eine Handvoll Aufkleber und eine Grafikkarten-Firmware, die den neuen Namen, eventuell in Verbindung mit minimal geänderten Taktraten, anzeigt.

Dem Käufer gegenüber ist Rebranding allerdings weniger fair, vor allem unbedarfte Supermarktkunden erwerben so schnell einen PC oder ein Notebook mit vermeintlich moderner Grafiklösung ohne den gewünschten Leistungsschub gegenüber dem Vorgängermodell zu bekommen. Da besagte Kunden sich aber nur selten auf einschlägigen Internetseiten wie Gamertec herumtreiben, bleibt die Schummelei fast immer unentdeckt. Doch auch gestandene Hardwarekenner verzweifeln angesichts der immer unübersichtlicher werdenden Typenbezeichnungen.

Jüngster Streich von AMD:

Fast die komplette HD-7000-Serie wurde auf einen Schlag in HD-8000 umbenannt. Zwar werden die Retail-Versionen, die Karten also, die an PC-Bastler verkauft werden, weiterhin mit den alten Typenbezeichnungen angeboten während die „neuen“ 8000er-Modelle den Komplettsystemherstellern vorenthalten sind. Dennoch geraten erfahrungsgemäß immer wieder OEM-Karten auf verschlungenen Pfaden in eBay-Auktionen und die Regale windiger Computerhändler.

Vorsicht ist also nicht nur bei Komplettrechnern mit einer Radeon HD 8970 Ghz-Edition oder einer HD 8950 oder auch einer HD 8870 geboten sondern auch bei separat verkaufen Karten mit diesen Bezeichnungen. Wer schon OEM-Karten des Namens willen einzeln anbietet, schlägt gerne auch ein paar Euro auf den Preis drauf. Kosten die oben genannten Modelle indes weniger als die ansonsten identischen HD 7970 Ghz-Edition, HD 7950 oder 7870, kann dennoch zugegriffen werden.

Keine Neuauflage hat allerdings die beliebte Radeon HD 7850 bekommen. Bei den kleineren Modellen kommt eine kleine Namensanpassung hinzu: Aus der HD 7770 wird eine HD 8760, die HD 8740 entspricht der HD 7750 in der zweiten Auflage mit höheren Taktraten. Neu hingegen sind die HD 8670 und HD 8570, diese nutzen den „Mars“-Kern, der bislang nur bei den mobilen HD-8000M genutzt wird. Diese Karten greifen auf eine überschaubare Menge von 384 Shadereinheiten zurück, die HD 8570 dürfte allerdings in einer Version mit DDR3 anstelle von GDDR5-RAM recht langsam arbeiten.

Auch Nvidia wollte seine OEM-Kunden nicht unglücklich ins neue Jahr entlassen – um es einmal freundlich auszudrücken – und bringt „brandneue“ Geforce-Karten der 700er-Serie auf den Markt. Allerdings beginnt Nvidia mit der Umbenennung bei mobilen Grafikchips, einem Bereich wo OEMs besonders darauf bedacht sind, ihre Lager von GPU-Restposten zu befreien und sich entsprechend stark für Rebranding einsetzen. Vorsicht also bei der Geforce 710M, da diese nicht auf der aktuellen Kepler-Architektur basiert sondern noch ein Fermi-Innenleben nutzt. Die GT 730M hingegen setzt höchstwahrscheinlich – genaue Informationen gibt es leider nicht – auf die GT 640M, also auf Kepler.

Mit dem von Lenovo gefertigten Notebook Medion Akoya P7818 bietet Aldi bereits am 17. Januar ein Notebook mit der Geforce GT 730M an und bewirbt die GPU als „brandneu“.