Im Test Creative Sound Blaster Tactic3D Rage – wireless Headset

Für viele Gamer sind Headsets unverzichtbare Peripheriegeräte für ihren Gaming-PC. Zu LAN-Partys schleppt kaum jemand die Lautsprecherboxen mit – und wenn er es tut, gibt es Ärger von den genervten Mitspielern. Auch daheim ergibt ein Headset Sinn, stört der Sound in den Ohrhörern doch die Mitmenschen in der Wohnung nicht. Im Gegenzug hört der Headset-Träger unter den zumeist geschlossenen Ohrmuscheln eines Gamer-Headsets keine störenden Umgebungsgeräusche wie klingende Telefone, keifende Freundinnen oder genervte Eltern. Win-Win? Ja, wäre da nicht das störende Anschlusskabel, das sich bevorzugt um Stuhlbeine wickelt, immer im Weg herumbaumelt und ganz generell einfach nur nervt.

Creative Sound Blaster Tactic3D Rage

Tactic3D-Rage-lautstärkeregler

Tactic3D-Rage-wireless headset

Creative verspricht mit dem Tactic3D Rage kabellosen Headset-Spaß und legt dem Gerät dazu einen USB-Stecker bei, der eine 2,4-GHz-Ãœbertragung zum Headset etabliert. Der arme Stick ist in der Verpackung mit einem Stück Draht angebunden und muss nach dem Kauf genauso wie das Headset selbst erst einmal befreit werden. Im Gegenzug wirkt die Verpackung des Tactic3D Rage auch aufgestellt und im Laden durchaus hübsch und nervt auch nicht mit verletzungsträchtigem Blister-Overkill.

Software

Die Installation des Headsets ist denkbar einfach und spült nur wenig unnütze Creative-Software auf das System. Nach dem Einstecken des Funk-Sticks ist das Tactic3D Rage bereits voll betriebsbereit. Um den Klang noch zu verbessern, liefert Creative eine Einrichtungssoftware mit, mittels derer sich die Klangeigenschaften des Headsets feiner tunen lassen. Hier ist auch ein Equilizer zu finden, der vor allem beim Musikgenuss dringend genutzt werden sollte. Ohne eine gute Equilizer-Einstellung klingt das Headset leider recht blass.

Klangschwache MP3-Dateien lassen sich mit dem Crystalizer aufpeppen. Dieser ist schon von Creatives Soundkarten bekannt und sorgt zwar für eine leichte Klangverfälschung weshalb ihn Musik-Puristen ablehnen, er erzeugt im Alltag aber dennoch ein subjektiv besseres Klangergebnis bei komprimiert gespeicherter Musik. Ebenfalls recht frei einstellbar ist der virtuelle Surround-Effekt. Leider bleibt von diesem im Alltag nur recht wenig zu hören, wer von den 3D-Sound-Funktionen seiner Soundblaster-Soundkarte begeistert ist wird hier enttäuscht.

Ein lustiges Extra für Onlinegamer sind die VoiceFX genannten Klangverfälschungen für die Sprachkommunikation. Wer sich per Teamspeak oder Skype mit anderen Leuten unterhält, kann mit diesem Menüpunkt verschiedene Klangänderungen an seiner Stimme vornehmen – live und in Echtzeit. Wird im MMORPG also ein finsterer Dämon gespielt, kann auch gleich die Stimme passend dazu angepasst werden. Zur Wahl stehen weiterhin „Großmutter“, „Emo“ und „Zwerg“ aber auch „Elf“, „Munchkin“ (klingt wie ein Chipmunk), „Roboter“ und „Alienbestie“. Dazu gibt es noch Anpassungen um Frauen wie Männer, Männer wie Frauen und Menschen wie „Freche Kids“ oder einen „Marine“ klingen zu lassen. Einige dieser Effekte sind tatsächlich sehr gut gelungen und in Skype-Unterhaltungen für viele Lacher gut.

Ausstattung des Sound Blaster Tactic3D Rage

Das Headset verfügt über zwei ohrumschließnde und voll abgedeckte Hörer, die mit jeweils einem 50-mm-Neodym-Treiber ausgestattet sind. Damit erreicht das Rage ein Frequenzspektrum zwischen 20 Hz und 20 kHz bei einer Impedanz von 32 Ohm. Die Funkübertragung erfolgt mittels 2,4 Gigahertz und unkomprimiert, was für einen sehr guten Klang für ein Wireless-Headset sorgt. Wer übereifrig den Funkempfänger in den PC steckt ohne den Treiber installiert zu haben bekommt übrigens trotzdem bereits einen Klang geliefert – dieser ist allerdings verrauscht. Erst mit installiertem Treiber verschwindet das Rauschen fast vollständig.

Optisch ist das Sound Blaster Tactic3D Rage ein hingucker: In die beiden Ohrmuscheln sind LEDs integriert, die sich mittels der Einrichtungssoftware recht flexibel ansteuern lassen. So ist es möglich, die Farbe zu ändern oder einen Farbwechsel pulsieren zu lassen. Auch die Intensität der LED-Beleuchtung lässt sich einstellen – diese hat dann auch eine spürbare Auswirkung auf die Akkulaufzeit des Headsets.

Der im Headset integrierte Akku hält im Alltag und bei aktiver Beleuchtung für einen guten Spieltag, also 10 bis 12 Stunden. Wer länger zockt sollte die Beleuchtung deaktivieren oder in der Pizza-Pause das Headset ausschalten. Aufgeladen wird der Akku mittels eines beiliegenden USB-Kabels, das sich allerdings vor allem zu Beginn oft nur störrisch mit dem Port im Headset verbinden lässt. Dafür ist das Kabel hochwertig ummantelt und übersteht auch schon einmal den einen oder anderen Unfall mit einem Bürostuhl.

Die Lautstärke des Headsets lässt sich direkt an einer der Ohrmuscheln regeln. Dort findet sich auch ein Knopf zum Stummschalten des Mikrofons sowie der Powerschalter des Headsets. Die Mute-Funktion für das Mikro ist allerdings nicht wirklich durchdacht: Zwar leuchtet die dafür vorgesehene LED rot wenn das Mikro stumm geschaltet ist, allerdings ist davon nichts zu sehen wenn das Headset auf dem Kopf getragen wird. Dazu ist der Button etwas schwergängig.

Klangeigenschaften, Mikrofon und Reichweite

Praktisch: Das Mikrofon des Sound Blaster Tactic3D Rage ist nicht fest mit dem Headset verbunden sondern wird bei Bedarf eingesteckt. So lässt sich das Headset auch problemlos als kabelloser Kopfhörer nutzen wenn gerade keine Internetkommunikation ansteht und das Mikrofon stört nicht weil es immerzu vor dem Gesicht herumhängt. Die Klangqualität des Mikros ist erfreulich gut, die Mitspieler haben keinen Grund zur Klage über schlecht verständliche Anweisungen.

Der Klang des Headsets selbst hingegen ist bestenfalls knapp überdurchschnittlich. Musik zu hören bringt auch nach Anpassung des Equilizers nur bedingt Spaß, es fehlt dem Sound an Brillanz. Hier ist eindeutig zu merken, dass Creative das Rage für Gamer konzipiert hat und nicht für HiFi-Fans – bei Spielen kommt der Klang besser zur Geltung, die matschigen Mitten und unpräzisen Höhen stören nicht mehr so stark. Dennoch, mit einem Corsair HS1 oder anderen preislich vergleichbaren Headsets kommt der Sound in Spielen wie Battlefield 3, Crysis 3 oder Max Payne 3 noch besser zur Geltung – und Musik lässt sich damit auch besser genießn.

Keinen Anlass zur Klage gibt hingegen die Reichweite des Headsets. In der Wohnung ist auch nach zwei Zimmerwänden ein sehr guter Klang realisierbar. Erreicht man das Ende der Reichweite, bleibt das Headset stumm – unpraktisch in Telefonkonferenzen, da so nicht klar erkennbar ist, ob die anderen Teilnehmer gerade nur schweigen oder ob das Headset aus der Reichweite gerutscht ist. Erst wenn sich der Headsetträger wieder näher an den Funkstick bewegt meldet das Rage mit einem Hinweiston die erneut aufgebaute Verbindung.

Nachteil der 2,4-GHz-Ãœbertragung: Diese Funkfrequenz wird oft und von vielen Geräten genutzt. So arbeiten die meisten WLAN-Netze mit 2,4 Gigahertz, gleiches gilt für Bluetooth und DECT-Telefone. In der Nähe von laufenden Mikrowellengeräten kann der Empfang ebenfalls abbrechen.

Fazit

Das Sound Blaster Tactic3D Rage ist ein solides Funk-Headset mit guter Reichweite und durchaus alltagstauglicher Akkulaufzeit. Das Mikrofon liefert einen guten Klang, die VoiceFX-Spielereien sorgen für Unterhaltung. Zudem lässt sich das Headset auch längere Zeit ohne Schmerzen auf dem Kopf tragen. Der Klang bei Musik ist allerdings verbesserungswürdig und auch bei Spielen wäre ein wenig mehr klangliche Spritzigkeit wünschenswert. Angesichts der Preisklasse geht der Sound des Headsets aber durchaus in Ordnung.