Unser kleiner Surround-Sound Ratgeber – Das Zimmer als Gamingkapsel.

 

Sound ist ein maßgeblicher Faktor, wenn es darum geht, eine dichte Atmosphäre in Games zu erzeugen. Wer mehr hören will, als nur den mauen Zweikanalton aus dem Fernseher, greift bisher gern auf ein Headset oder Kopfhörer zurück. Sicher, bei Multiplayer Spielen mit Teamspeak oder Ingame-Chat absolut richtig,  aber bei Kampagne-Spielen und wenn man die Räumlichkeiten zur Verfügung hat, bietet eine Surround-Sound Anlage meistens ein viel tiefereres  Spielerlebnis, zum einen durch den satteren Raumklang und zum anderen, dass man frei im Raum sitzt ohne etwas auf dem Kopf.

Wie mit allem, so ist es auch mit den Surround Anlagen. Erstmal ist Anlage nicht gleich Anlage und was ist besser 5,1 oder 7,1. merkt man da überhaupt den Unterschied? Wir versuchen das so gut wie möglich zu beantworten. Doch zunächst ein kleines Fantasie Erlebnis, stellt euch vor ihr könntet alles um Euch herum hören, aber ohne Kopfhörer, echter Raumklang. So oldschool ist das garnicht 🙂

Das Schlachtfeld ist in Nebel gehüllt – dumpf vernehmen wir Artilleriefeuer aus der Entfernung. Im Laufschritt bewegen wir uns fort. Es muss geregnet haben, denn unsere Füß landen auf feuchtem Untergrund und Wasser spritzt. Plötzlich nimmt uns ein feindliches MG auf der rechten Flanke unter Beschuss. Mit einem beherzten Sprung gehen wir neben ein paar Kisten in Deckung, während die Kugeln hinter uns im Gestrüpp einschlagen. Gerade überlegen wir, wie wir uns aus dieser Lage befreien, da spüren wir, wie die Erde bebt und ein Panzer anrollt.

Was hier nach dem neuesten Hollywood-Blockbuster klingt, ist in Battlefield & Co. und vor allem auch bei Abenteuerspielen wie Skyrim, „The last of Us“ oder GTA, normaler Alltag. Damit die Intensität des Sounds auch beim Spieler ankommt, bedarf es entsprechender Hardware.

5.1 oder 7.1?

Will man sich sprichwörtlich mitten im Geschehen befinden und das auch hören, ist ein 5.1-System Pflicht. Das Set besteht aus fünf kleinen Satelliten (jeweils zwei Front- bzw. Rearlautsprecher und einer Centerbox) sowie einem Subwoofer. Die beiden Frontboxen stehen links und rechts neben dem TV und sollten im 45° Winkel zum Spieler geneigt sein. Der Centerlautsprecher, aus dem die Sprache kommt, befindet sich entweder an der Ober- oder Unterseite des Fernsehers. Die Rearboxen werden analog zu den Frontlautsprechern hinter dem Spieler platziert – allerdings genügt es, wenn sie gerade ausgerichtet sind. Alle Satelliten sollten in einer Höhe zwischen 40 cm und 1,60m aufgestellt werden. Die Position des Subwoofers ist theoretisch egal, dennoch kann man auch hier einige Fehler machen: Erfahrungsgemäß steht die Bassbox vom Spieler aus gesehen vorne links am besten, ein Stück weiter außn als der linke Front-Lautsprecher. Man sollte nicht den Fehler machen und den Subwoofer in einer Ecke verstecken wollen. Das sieht dann zwar im Zimmer besser aus, unter Umständen haben die Nachbarn aber mehr vom Tieftöner als man selbst.

Eine 7.1-Anlage funktioniert im Prinzip ähnlich, bietet aber zwei zusätzliche Satelliten. Diese werden auf Höhe des Spielers links und rechts neben ihm postiert. 7.1 ist aber eher Nice to have als wirklich erforderlich. Sechs Lautsprecher reichen für das Mittendrin-Gefühl völlig aus – und nicht in jedem Zimmer kann man die zusätzlichen zwei Side-Boxen problemlos aufstellen.

5.1-anordnung

Anschlüsse und Verkabelung

Gute Hardware ist die eine Sache, eine angemessene Verkabelung eine andere. Damit die Boxen auch jederzeit volle Leistung bringen und keine Soundqualität beim Transport abhandenkommt, sind einige Dinge zu beachten: Die akustischen Signale müssen zwei Wege zurücklegen. Der Ton wird z.B. von der Konsole ausgegeben und zum (integrierten) Verstärker übertragen. Dort erfolgt die Ausgabe an die jeweiligen Lautsprecher.
Zwar kann man für die erste Station die einfachen rot-weißn Cinch-Kabel verwenden, bessere Ergebnisse erzielt man aber mit einem optischen Pendant. Dieses ist nicht nur besser gegen Umgebungseinflüsse abgeschirmt, was zu einem unverfälschten Klang führt, es kann auch digitale Signale übertragen. Xbox One und PS4 verfügen über einen entsprechenden Ausgang, genau wie die PS3. Bei der Xbox 360 kann so ein Kabel mittels Adapter verwendet werden. Zwischen Verstärker und Lautsprechern liegt ein Kupferkabel. Auch hier gilt: Je dicker die Abschirmung desto besser. Wenn man die losen Enden manuell in den Schraub- oder Klickvorrichtungen befestigt, muss vorher ein entsprechend großs Stück der Ummantelung abgezogen werden – etwa eine halbe Daumenlänge. Dann ist sichergestellt, dass der Strom ungehindert fließn kann.

Decoderstation zur benutzung mehrer Soundquellen

Das sind die Grundlagen, die man bei der erfolgreichen Installation eines Soundsystems beachten sollte. Bestehende variable Faktoren sind die Leistung sowie die Kompatibilität mit anderer Hardware. Beide sind an den Preis der Anlage gebunden. Wer neben der Konsole auch an DVD-Player, Fernseher oder anderen Geräten fetten Sound haben will und diese gleich mit demselben Set abdecken möchte, sollte sich Gedanken über die Anschaffung einer Decoderstation machen. Aktive 5.1-Systeme mit Decoderstation (oder entsprechend anders betitelter Hardware) sind die Königslösung für jedes Wohnzimmer, solche Systeme gibt es z.B. von Yamaha oder Teufel,eigentlich die bekanntesten Marken in dem Bereich, nicht ganz billig, aber sehr hochwertig. Es gibt aber auch günstigere Varianten, hier sollte man aber schauen was man für sein Geld bekommt, wenn man sein Augenmerk auf die gute Mittelklasse legt bewegt man sich hier meistens zwischen 200.- € und 300.- €.

Die Decoderstation dient als Verteiler: Man schließt dort sowohl die Lautsprecher als auch die einzelnen Geräte an. Per Fernbedienung legt man fest, von welcher Quelle die Audiosignale übertragen werden sollen. Verzichtet man auf diese Schnittstelle, fokussiert man sich auf ein Ausgabegerät – was unter Umständen auch ausreichend ist.

In Sachen Leistung müssen ebenfalls ein paar Punkte beachtet werden: Für ein 20 – 25 m² großs Zimmer reicht ein 5.1-System mit einem 500 – 700 W Tieftöner und Satelliten, die als 80 mm Mittel- sowie 19 mm Hochtöner klassifiziert sind. Mehr Leistung sollte man nur in Betracht ziehen, wenn man sich in einem Haus ein komplettes Heimkino einrichten will – so ein Unterfangen stößt aber preislich schnell in ganz andere Sphären vor.

Befolgt man bei Kauf und Einrichtung diese kleinen Tipps, steht glasklarem Sound und satten Bässen beim Spielen nichts mehr im Wege.